Erwartungen šlterer Patienten

 
Erwartungen šlterer Patienten
Hinter jedem Gespräch und jeder Begegnung stehen bestimmte Erwartungen. Sie machen den Austausch nicht immer leichter. Umso wichtiger ist es darum, dass sich beide Seiten über ihre jeweiligen Einstellungen im klaren sind.

(A)        Welche Erwartungen bringt der Patient mit,
             wenn er Rat sucht?
(B)        Was bedeuten sie für den Arzt oder
             Betreuenden?

(A)        «Körperliche Besserung, längeres Leben»
(B)        «Ich sehe mich einem Erwartungsdruck
            ausgesetzt.»

(A)        «Abwendung von Leiden und Tod»
(B)        Es sind vielleicht unrealistische Hoffnungen im Spiel.

(A)        «Aufmerksame Zuwendung, geduldiges Zuhören, gründliche Untersuchung»
(B)        Man muß sich sehr viel Zeit nehmen und viel Geduld aufbringen, vor allem bei
            vergesslichen und umständlichen Patienten.           

(A)        «Er wird mir helfen!»
(B)        Es besteht die Gefahr starker Abhängigkeit.

(A)        «Er lässt mich nicht im Stich! Bei ihm bin ich gut aufgehoben.»
(B)        «Mit dem Betreffenden sollte ich längerfristig planen und rechtzeitig einen
             Folgetermin festlegen.

(A)        «Ich erhalte neue Zuversicht und werde wieder aufgemuntert.»
(B)        Es ensteht eine Herausforderung für den eigenen psychischen Zustand und die
             Kraftreserven.

Erwartungen der Betreuenden
Umgekehrt haben natürlich auch (A) die Betreuenden unausgesprochene Vorstellungen von (B) den Patienten, die sich so nicht immer erfüllen.

(A)        «Er wird sein Anliegen konzis und geordnet vorbringen.»
(B)        Vergesslichkeit und Angst. Der Patient kann sich vielleicht nur umständlich und
             langsam äussern.

(A)        «Er wird mich nach angemessener Zeit wieder loslassen.»
(B)        Haltung: «Ich klammere mich an die Betreuenden, weil ich Angst habe, sie
            nähmen mich sonst nicht

(A)        «Er wird meine Anweisungen genau befolgen.»
(B)        Mangelndes Vertrauen des Betreuten. Oder er vergisst die Ratschläge ganz
            einfach.

(A)        «Der Patient wird offen zu mir sprechen, wenn ich ihn dazu auffordere.»
(B)        Die Unfähigkeit gerade älterer Patienten, offen über ihr Seelenleben zu sprechen.
            Sie hatten das kaum je gelernt und haben darum Mühe, ihre Bedürfnisse und
            Probleme auszudrücken          

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Bearbeitung: Lebenshilfe-net.ch

Autor: Dr. med. Samuel Pfeifer
Quelle: seminare-ps.net

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