lebenshilfe-net.ch - 19.07.2018, 09:36
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Wenn der Chef nicht tut wie er sollte

 
Businessmann

Wer wahre Autorität ausübt, der hat keine Machtspiele nötig. Er führt seine Mitarbeiter so, dass sie sich entfalten können. Falsche Autorität hingegen bremst die Mitarbeiter und schwächt das Unternehmen.

Was fehlt den Führungskräften? Die Antwort: autoritatives Handeln. Denn das korrekte Eigenschaftswort von Autorität lautet nicht „autoritär“, sondern „autoritativ“.

Wer wahre Autorität ausstrahlt, der handelt nach dem eigentlichen Sinn dieses Wortes „von innen heraus“ und „mit Überzeugungskraft“. Er kann „von innen her raten“. Das dahinterstehende lateinische Wort „augere“ bedeutet nicht weniger als „mehren, wachsen lassen, fördern“.

Führungskräfte mit echter Autorität
- haben ein empfindsames Gewissen
- sind ausgeglichen und können loben
- stärken den Selbstwert der Mitarbeiter
- überzeugen, statt zu überreden
- tragen Verantwortung
- reichen den Schwarzen Peter nicht weiter
- sind jederzeit verbindlich
- besitzen Nächstenliebe
- sind Vorbild
- praktizieren niemals Machtmethoden
- geben Orientierung
- erkennen Probleme und gehen sie an

Fehlerhafte Führung
Unfähige Führungskräfte schaden in erster Linie dem Unternehmen und den Mitarbeitern. Oft sind es Blender, die sich in die Stelle hineingeschummelt haben. Sie können gut und viel reden und vor allem sich selbst „blendend“ verkaufen. Doch von ihren Versprechungen lösen sie kaum einen Bruchteil ein. Blender können den eigenen Chef und die Mitarbeiter einwickeln, aber sie sind nicht fähig, in ihrer Position mit Tatkraft und Wissen zu bestehen. Im Gegenteil: Nur allzu oft bremsen sie fähige Mitarbeiter, die die eigentlichen Probleme erkennen. Aus Angst vor Sanktionen bis hin zur Kündigung können oder wollen die aber bald nicht mehr dagegen vorgehen.

Führungskräfte mit falscher Autorität
- hören Kritik nicht und verändern deshalb auch nichts;
- wollen nichts verändern, weil ihre Position ins Rutschen käme;
- bemühen sich nicht um gute Zusammenarbeit;
- vernachlässigen oder ignorieren die Bedürfnisse der Mitarbeiter;
- halten dem Team wichtige Informationen bezüglich der Arbeit vor;
- machen leere Versprechungen;
- delegieren Verantwortung und lassen andere die Arbeit machen;
- reichen bei Problemen den Schwarzen Peter weiter;
- markieren den Boss, wenn Argumente fehlen;
- streben nicht danach, das Produkt der Firma zu optimieren;
- kaschieren fehlendes Fachwissen und überspielen es mit grossen Worten;
- lassen grossen Worten keine Taten folgen;
- kehren Probleme unter den Teppich.

Dienende Führungskräfte
Bestsellerautoren wie Bill Hybels, Phil Hodger und Ken Blanchard wirken solchen Führungsmethoden entgegen und haben ein neues Modell von Führung entwickelt. Sie sprechen kühn von „dienender Führung“ und von „dienenden Führungskräften“. Erfolgreiche Führungskräfte mit dienendem Herzen – so folgern die Autoren – haben die folgenden Charaktereigenschaften und Werte:

- Hauptziel ist das Wohl der ihnen unterstellten Menschen.
- Aus dem Wohl und der Weiterentwicklung von Mitarbeitern beziehen sie auch eigene Bestätigung.
- Sie empfinden Fürsorge für die Menschen, die sie führen.
- Sie fragen sich, ob ihre Bemühungen den Bedürfnissen der anderen entsprechen.
- Auf Feedbacks und Ratschläge legen sie viel Wert und freuen sich über Informationen, die ihnen in ihrer Führungsaufgabe weiterhelfen.
- Ihr Ego unter Kontrolle. Sie denken nicht gering von sich, sondern nur weniger an sich.
- In ihre Entscheidungen beziehen sie Gott mit ein.

Andere können sich entfalten
Dienende Führungskräfte sind eine Bereicherung für ein Unternehmen, denn Mitarbeiter wie Führungsstab profitieren von ihnen. Echte Autoritäten wollen nicht persönliche Ziele durchsetzen, sondern bringen Mitarbeiter und Unternehmen zur Entfaltung, fördern die verschiedenen Gaben, setzen schöpferische Eigeninitiative frei, führen und leiten Mitarbeiter mit sicherer Hand und geben in erster Linie Gott die Ehre. Eine vollmächtige Führungsperson hat Macht, aber missbraucht sie niemals.

Entsprechen diese Kennzeichen Ihrem persönlichen Führungsstil? Wenn nicht, dann sollten Sie sich den aneignen. Das läge nicht nur in Ihrem persönlichen Interesse, sondern wird sich auch zum grossen Nutzen Ihrer Umgebung und Ihres Unternehmens oder Werkes auswirken.

 
Buch "Autorität" R. Ruthe
Wertvolle Anregungen und einige Auszüge entstammen dem Buch des Lebensberaters Reinhold Ruthe, «Autorität, neu entdeckt», Brendow-Verlag 2002

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Iris Muhl
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