lebenshilfe-net.ch - 20.07.2024, 20:13
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«Wir führen eine Wochenend-Beziehung»

 
Konflikt
"Ich arbeitet als Lehrerin, mein Mann pendelt als Banker zwischen den Wirtschaftsmetropolen dieser Welt hin und her. Daher ist unsere gemeinsame Zeit im Moment auf die Wochenenden beschränkt, an denen es in letzter Zeit leider immer häufiger zum Streit kommt. Was können wir tun?"

Sie sollten die verschiedenen Phasen einer Fernbeziehung beachten: Jeden Montag kommt es zur Abschiedszeremonie, in der Stärke gefordert ist, den anderen loszulassen und ohne Vorwürfe in seinen Berufsalltag zu entlassen. In den kommenden Tagen folgt die Verlustphase, die ab donnerstags wiederum in die Wochenend-Erwartungsphase mündet. Doch ausgerechnet beim Zusammentreffen am Wochenende gibt es Ärger. Die Auseinandersetzungen nehmen nicht zuletzt deshalb zu, weil in der kurzen gemeinsamen Zeit versucht wird, alles nachzuholen, worauf in der Trennungszeit verzichtet wurde. Nicht selten wird dabei ein Wochenende im schwelenden Konflikt beendet und der Teufelskreis dreht sich weiter bis es am Ende zu einer echten Beziehungskrise kommt.

Normale Prozesse
Um diese typischen Phasen als Chance zu nutzen, ist es hilfreich, sich die Abläufe als "normale Prozesse" vor Augen zu führen. Ein offenes Gespräch über die jeweiligen Erwartungen, Freuden und Sorgen wirkt wie ein Beziehungskleber. Dieser Austausch liefert gleichzeitig Gebetsanliegen für die Zeit der Trennung. Im Füreinander-Beten bleiben beide geistig verbunden und schärfen die Sinne für den anderen. Regelmässige Telefonate halten den Draht zum Partner aufrecht. Hier können Sie erzählen, was sie bewegt und zudem dem Partner Zärtlichkeit vermitteln. Dieser Erfahrungsaustausch mildert die übermässige Erwartungshaltung auf das Wochenende und stimmt aufeinander ein.

Erinnerer an die Liebe
Die Wochenenden könnte unter der Devise stehen: "Ich gehe mit dir so um, wie ich will, dass du mit mir umgehst." Selbst belastende Gespräche verlieren im Liebesgebot ("Liebe deinen Nächsten wie dich selbst") ihren destruktiven Stachel und Konflikte lassen sich rascher klären. Kleine Aufmerksamkeiten zum Abschied fungieren als Erinnerer an die gemeinsame Liebe.

Autor: Andreas Zimmermann
Quelle: NEUES LEBEN. Das Christliche Ratgeber-Magazin

 
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