lebenshilfe-net.ch - 20.04.2024, 19:07
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Belastet durch ein Trauma

 
Belastet durch ein Trauma
Auf ein besonders schweres Ereignis hin reagiert die Psyche mit ihren eigenen Belastungssymptomen.

Die betreffende Person hat etwas erlebt, das ausserhalb jeder üblichen menschlichen Erfahrung liegt, wie zum Beispiel eine Vergewaltigung, einen Raubüberfall, einen plötzlichen Tod aus nächster Nähe, die Zerstörung des eigenen Zuhauses, Folter, den Schrecken des Krieges.

Ständig in Alarmbereitschaft
Als Folge davon erlebt sie dieses Ereignis ständig wieder, und zwar auf mindestens eine der folgenden Arten:

  • wiederholt sich aufdrängende Erinnerungen

  • sich wiederholende stark belastende Träume

  • das plötzliche Gefühl, das Ereignis wiederzuerleben (Flashback)

  • intensives psychisches Leiden bei Ereignissen oder Jahrestagen, die einen an das traumatische Erlebnis erinnern

Diese Person versucht darum, Situationen, die mit dem Trauma in Verbindung stehen könnten, zu meiden: Sie verdrängt ihre Gedanken daran, wird unfähig, sich an Einzelheiten zu erinnern (psychogene Amnesie), entfremdet sich ihrer Umwelt, dämpft ihre Gefühle und kann beispielsweise nicht mehr zärtlich empfinden; «alles hat irgendwie keinen Sinn mehr».

Ihre Psycho bleibt in hoher Erregung und zeigt anhaltende Symptome wie: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Überwachheit (Hypervigilanz), übertriebene Schreckreaktionen, vegetative Symptome.

Beispiel einer 32 - jährigen Frau
«Heute ist wieder so ein Tag, den ich zutiefst fürchte. Ein Tag, an dem ich von einer dauernden Angst verfolgt werde, die mich nicht zur Ruhe kommen lässt. Sie ist täglich da: Ich habe Angst vor dem Leben, vor der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Angst vor der Tatsache, eine Frau zu sein, Angst vor den Gedanken! Ich habe Angst, mein Zimmer zu verlassen, und Angst, im Zimmer zu sein. Da ist wieder diese Erfahrung, als ich mal ein Kind war und keines sein durfte. Ich bin zerrissen zwischen Hoffen und Bangen.»

Autor: Dr. med. Samuel Pfeifer
Quelle: seminare-ps.net

 
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