lebenshilfe-net.ch - 25.06.2024, 13:39
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Ursachen: Wege in die Depression

 
Wege in die Depression
Körperliche Schwäche und Stress im Umfeld können Auslöser für eine Depression sein.
Die eigene Vergangenheit, eine körperliche Schwäche und ein stressgeladenes Umfeld können sich zu einem Gemisch verdichten, aus dem der einzelne nur noch den „Ausweg" Depression sieht bzw. in ihn hineinrutscht.
  • Frühere Erfahrungen, gerade auch aus der Kindheit, verdichten sich zu Sätzen, die das weitere Leben bestimmen („Ich muss mich ducken." - „Nur ja keine Gefühle zeigen. Das könnte wieder missbraucht werden." - „Anerkennung gibt es nur als Belohnung für richtiges Verhalten", und vieles mehr).
  • Wegen eingeschränkter körperlicher Funktionen zieht sich mancher zurück. Ein schielendes Kind, eine übergewichtige junge Frau, ein lispelnder Geschäftsmann stossen in ihrem Umfeld nicht nur auf spontane Annahme.
  • Der Tod eines Angehörigen, der Verlust einer Arbeitsstelle, eine Ehe-Krise oder ein Wohnungswechsel führen zu vermehrtem Stress. Der eine ist dafür „dickhäutig" genug, einen anderen zieht es in den Abgrund einer Depression.

Es ist offenkundig, dass diese drei Felder einander einander verstärken können, zum Guten wie zum Schlechten. Eine Stabilität in dem einen Bereich kann ein Wanken im anderen ausgleichen. Umgekehrt bieten zum Beispiel depressionsfördernde Denkmuster und innere Festlegungen wenig Hilfe, wenn eine schwere Krankheit diagnostiziert wird.

Verschiedene Auslöser
Was genau die jeweilige Depression auslöst, lässt sich nicht immer eindeutig bestimmen. Äussere (reaktive) und innere (endogene) Faktoren beeinflussen einander und führen zusammen zu diesem Krankheitsbild. Was genau bei wem die Oberhand gewinnt, lässt sich auch nicht vorhersagen. Der eine verfällt beim Tod eines lieben Angehörigen in eine Depression, ein anderer bleibt unter denselben Umständen davon verschont und bewältigt den Verlust.

Innere Ursachen
Dennoch lassen sich Hinweise auf vor allem innere, persönlichkeitsbedingte Ursachen zusammenstellen.

  • Die Betroffenen haben fast immer eine erbliche Belastung.
  • Ihre Depression entstand ohne klar nachvollziehbarem äusserem Grund.
  • Sie erwachen unangenehm früh und können nicht mehr einschlafen.
  • Ihr Tagestief erleben sie am Morgen; abends geht es ihnen besser.

Manchmal gehen damit schwere Selbstbeschuldigungen und eine abnorme Krankheitsangst einher. Die Kranken befürchten, zu verarmen oder sich zu versündigen. Es kann auch geschehen, dass sich die Depression innerhalb kurzer Zeit wieder aufhellt, ebenfalls ohne nachvollziehbarem Grund.

Der „depressive Typ"
Menschen, die zu einer mehr endogenen Depression neigen, sind von Haus aus eher still und zurückhaltend und neigen leicht zu pessimistischen Gedanken. Ihr Sinn für Humor ist nicht sonderlich ausgeprägt; ihre Selbstkritik und ihre Selbstabwertung dafür umso mehr. Den hohen Maßstab, den sie an andere anlegen, beziehen sie auch auf sich selbst und sind nur schwer zufrieden zu stellen. So gewissenhaft, verantwortungsbewusst sie einerseits sein können, so sehr geraten sie aber auch ins sorgenvolle Grübeln und können negativen Ereignissen noch lange nachtrauern.

Autor: Dr. med. Samuel Pfeifer
Quelle: seminare-ps.net

 
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