lebenshilfe-net.ch - 20.07.2024, 20:06
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Das Gemüse und der Geist

 
Gemüse
Wichtige Bestandteile einer gesunden Ernährung kommen regelmässig zu kurz. Der Grund: Wir verzehren zuviel industriell hergestellte Nahrung. Das hat Folgen fürs Gehirn.

Ernährungsforscher der britischen Organisation «Sustain» und die «Mental Health Foundation» in den USA sind der Frage nachgegangen, wie die veränderte Produktion von Lebensmitteln die Balance von Schlüsselnährstoffen verändert. Anders als vor 50 Jahren nähmen die Menschen heute bedeutend weniger frische Lebensmittel und mehr gesättigte Fette und Zucker zu sich. Die Folge seien Depressionen und Probleme mit dem Gedächtnis.

Andrew McCulloch, der Vorsitzende der Mental Health Foundation, erklärte, dass man allmählich verstehe, wie das Gehirn durch Nährstoffe beeinflusst wird und wie sich unsere Ernährungsgewohnheiten auf die geistige Gesundheit auswirken. McCulloch geht davon aus, dass eine veränderte Ernährung die psychische Verfassung eines Menschen stärker verbessere als manche Medikamente oder Beratung.

Zusammenhänge schwierig zu belegen
Allerdings stecke die Erforschung dieser Zusammenhänge noch in den Kinderschuhen, wie Rebecca Foster von der British Nutrition Foundation gegenüber der BBC erklärte, und die bisherigen Ergebnisse seien in vielen Fällen subjektiv.

Die Studie „Feeding Minds" zeigt beispielsweise auf, wie sich die sensible Balance zwischen Mineralien, Vitaminen und lebenswichtigen Fetten in den letzten fünf Jahrzehnten verändert hat. Eine industrialisierte Landwirtschaft setzt vermehrt Unkrautmittel ein, die sich dann übers Viehfutter im Körperfett der Tiere anreichern.

Hühner und ihre / unsere Fettsäuren
Hühner erreichten ihr Schlachtgewicht heute doppelt so rasch wie vor 30 Jahren. Dabei stieg der Fettanteil von 2 auf 22 Prozent. Das Futter hat auch die Balance zwischen den wichtigen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren bei den Hühnern verändert. Diese Fettsäuren sind für das Gehirn unerlässlich. Gesättigte Fette verlangsamen die Leistung des Gehirns, und genau von denen nehmen wir über Fertiggerichte immer mehr in uns auf.

 
Courtney Van de Weyer
Courtney Van de Weyer
Heute essen die Menschen laut Studie 34 Prozent weniger Gemüse und zwei Drittel weniger Fisch als vor fünfzig Jahren. Gemüse und Fisch gelten jedoch als Hauptquellen für Omega-3-Fettsäuren. Derartige Veränderungen können mit Depressionen, Schizophrenie, Aufmerksamkeitsstörungen (ADHD) und Alzheimer in Zusammenhang stehen.

Die Autoren der Studie raten dringend zu einer gesünderen Ernährung mit mehr Gemüse und Fisch. Denn was fürs Gehirn gut ist, danach verlangt auch ein gesunder Körper, wie die Wissenschafterin Courtney Van de Weyer erklärte. Voraussetzung sei allerdings, dass wir unsere Ernährungsgewohnheiten wie auch die Art ihrer Produktion grundlegend umstellen.


Weiterführende Links:

Sustain 
www.sustainweb.org
Mental Health Foundation
 www.mentalhealth.org.uk


Bearbeitung: Lebenshilfe-net.ch


Quelle: pte online

 
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