lebenshilfe-net.ch - 26.02.2024, 15:15
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Wiederheirat: „Ihre Kinder, meine Kinder“

 
Wiederheirat
„Wir wollen die zweite Ehe wagen - und haben Kinder aus der ersten. Was können wir tun, damit sie wie normale Geschwister werden?"

Ihr Wunsch ist verständlich, aber leider nicht sehr realistisch. Viele Eltern machen bei Gründung einer Fortsetzungsfamilie diesen Fehler, der sogar die neue Ehe gefährden kann, weil die Kinder nicht „mitmachen". Begraben Sie daher zuerst einmal Ihre eigenen Wünsche, „eine normale Familie" zu sein.

Fortsetzungsfamilien sind keine „normalen" Familien und werden auch nicht dazu. Kinder reagieren auf diese Erwartung mit Rebellion oder einem verkrampften Anpassungsversuch, der zu Versagergefühlen und Ängsten führt.

Im Folgenden ein paar Tipps, von denen der ein oder andere vielleicht schwer zu schlucken ist. Aber: Viele Fortsetzungsfamilien werden so gesund und bilden ein gutes Nest für Kinder.

1. Die Fortsetzungsfamilie sollten gleiche Ausgangsbedingungen haben.
Das heißt, beide Familien ziehen um; beide bleiben am Wohnort oder beide wechseln; die Ausstattung des Haushaltes kommt von beiden Familien oder ist neu.

2. Neue Partner sind keine Eltern.
Kinder wollen Papa oder Mama nicht teilen und nennen auch den neuen Partner meist besser nicht „Papa" oder „Mama", sondern beim Vornamen. Betonen Sie, dass beide Eltern immer Eltern bleiben und niemals ausgetauscht werden.

Erwarten Sie von Ihren Kindern einen respektvollen Umgang mit dem neuen Partner/in, aber eben nicht als Elternteil. Machen Sie sich klar, dass Sie für die Kinder Ihres Partners letztlich nicht erziehungsberechtigt sind.

Die Regeln, die ein gemeinsamer Haushalt braucht, müssen gemeinsam erarbeitet werden, dürfen aber - falls nötig - nur vom Elternteil angemahnt werden. Wenn Kinder eine (Stief-)Elternbeziehung entwickeln, tun sie das entweder von alleine oder gar nicht.

3. Erwarten Sie von den Kindern nicht, dass sie sich als Geschwister ansehen.
Angefangen damit, dass sie nicht zusammen das Bad benutzen, bis dahin, dass sie nicht automatisch ihre Spielsachen teilen. Aber vielleicht werden sie über diese Berührungspunkte auf diesem zwanglosen Weg zu Freunden.

4. In Fortsetzungsfamilien ist nichts selbstverständlich.
Man muss über alles reden - von der Urlaubskarte an die acht Großeltern bis zum Umgang mit Zahnpastatuben. Kommunikation ist alles.

Bearbeitung: Lebenshilfe-net.ch


Quelle: Neues Leben. Ratgeber-Magazin

 
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