lebenshilfe-net.ch - 19.07.2018, 09:30
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Suizidgefahr erkennen

 
Suizidgefahr erkennen
Eine Selbsttötung ist die schwerste Auswirkung einer Depression. Bestimmte Anzeichen beim Patienten selbst oder aus seinem Umfeld können schon im voraus auf diese Gefahr hinweisen.

Suizidgefahr
Eine Suizidgefahr kann bestehen,

  • wenn in der betreffenden Familie oder in der näheren Umgebung schon früher solche Handlungen vorgekommen sind (Suggestivwirkung),
  • wenn bereits Versuche unternommen worden sind oder sie direkt oder indirekt angekündigt wurden,
  • bei konkreten Äusserungen über die Art, Vorbereitung oder Durchführung eines Suizids,
  • wenn der Patient in eine „unheimliche Ruhe" verfällt,
  • bei Selbstvernichtungs-, Sturz- und Katastrophenträumen,
  • wenn jegliche Zukunftsplanung abhanden gekommen ist.

Besondere Krankheiten und Lebensphasen

  • zu Beginn oder beim Abklingen depressiver Phasen
  • bei ängstlich-betriebsamem Verhalten, affektiver Einengung und Aggressionshemmung
  • wenn schwere Schuld- und Versagensgefühle bedrängen oder ein Krankheitswahn vorliegt
  • in biologischen Krisenzeiten wie Pubertät, Wochenbett, Wechseljahre
  • bei einer langandauernden oder unheilbaren Krankheiten
  • bei Alkoholismus oder Medikamentensucht

Umweltbedingungen

  • Zerrüttete Familienverhältnisse während der Kindheit, sexueller Missbrauch
  • Verlust oder primäres Fehlen mitmenschlicher Kontakte (Liebesenttäuschung, Vereinsamung, Ausgestossensein)
  • Verlust der Arbeit, Fehlen eines Aufgabenkreises
  • Fehlen religiöser oder weltanschaulicher Bindungen

Fragen bei Suizidgefahr

  • „Haben Sie schon einmal daran gedacht, sich das Leben zu nehmen?"
  • „Wie würden Sie es tun? Haben Sie bereits Vorbereitungen getroffen?" Je konkreter die Vorbereitungen, desto grösser das Risiko.
  • „Denken Sie bewusst daran oder drängen sich die Gedanken auf, auch wenn Sie es nicht wollen?" Sich passiv aufdrängende Gedanken sind gefährlicher.
  • „Haben Sie über Ihre Absichten schon mit jemandem gesprochen?" Ankündigungen sind immer ernstzunehmen.
  • „Sind Ihre Interessen, Gedanken und zwischenmenschlichen Kontakte gegenüber früher weniger geworden?"
  • „Haben Sie gegen jemanden Aggressionen, die Sie gewaltsam unterdrücken?" Diese Aggressionen richten sich dann gegen die eigene Person.

Mehr zum Thema:
Umgang mit Selbstmord-Gefährdeten

 

Autor: Dr. med. Samuel Pfeifer
Quelle: seminare-ps.net

 
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