«Universum braucht keinen Gott»
Wo liegt der Ursprung allen Seins? Gibt es einen Gott? Der Astrophysiker Stephen Hawking hat jetzt offenbar eine neue Erklärung zur Entstehung des Universums gefunden: schlicht aus dem Nichts. Spontane Schöpfung sei der Grund, warum es statt dem Nichts doch etwas gebe, warum das Universum existiert, warum wir existieren, zitiert die Londoner «Times» Hawking. Die «Times» erklärte die Suche nach Gott für beendet und berief sich dabei auf den Kosmologen Stephen Hawking und dessen neues Buch «Der grosse Entwurf». «Hawking versetzt Gott den Gnadenstossss», freute sich der führende Atheist und Gottesgegner Richard Dawkins. In der Physik sei dies bislang noch nicht möglich gewesen. Hawking sei dieser «Paukenschlag» nun gelungen, triumphiert Dawkins. Keine Ursache? Ist die Philosophie tot? Naturwissenschaft und Religion Der britische Oberrabbiner Jonathan Sacks merkte in derselben Zeitung an: «Wissenschaft nimmt die Dinge auseinander, um zu sehen, wie sie funktionieren. Religion setzt sie zusammen, um zu verstehen, was sie bedeuten.» Auch der Direktor des Instituts für Wissenschaft und Religion in Cambridge, erklärte laut der «Neuen Zürcher Zeitung»: «Wissenschaft schildert uns wunderbar, wie die Schöpfung abgelaufen sein kann. Theologie hingegen behandelt den Sinn dieser Schilderung.» Woher kommen diese Gesetze? Auch die Tageszeitung «Die Welt» meint: «Heute gilt es unter Naturwissenschaftlern und Theologen als ausgemacht, dass sich die Existenz Gottes mit den Methoden der Wissenschaft weder beweisen noch widerlegen lässt. Dies bleibt eine Frage des Glaubens.» Fest stehe: «Viele werden jetzt den inneren Drang spüren, die Argumente des Autors im Original lesen zu wollen.»
Es gebe überhaupt keinen Zweifel an der intellektuellen Leistung des Physikers, schreibt Lennox. Mit seinem neuen Buch nehme er jedoch als Physiker eine aussergewöhnliche Herausforderung an. «Nach Hawking liefern die Gesetze der Physik die wirkliche Erklärung dafür, wie das Leben entstand, und nicht mehr Gott. Der Urknall war seiner Meinung nach eine zwangsläufige Konsequenz dieser Gesetze.» Wer erschuf die Naturgesetze? «Als Wissenschaftler sage ich, dass Hawkings Behauptung fehlgeleitet ist», schreibt Lennox. «Er möchte, dass wir zwischen Gott und den Gesetzen der Physik wählen, so als würden sie in einem Gegensatz zueinander stehen.» Doch anders als Hawkings behaupte, könnten die Naturgesetze niemals eine vollständige Erklärung des Universums ermöglichen, so Lennox. «Die Gesetze selbst schaffen gar nichts, sie sind nur die Beschreibung von etwas, was unter gewissen Umständen passiert.» Eine Wahl, die keine ist Er bringt da die Kategorien durcheinander. Die Gesetze der Physik können erklären, wie eine Flugzeugdüse funktioniert, aber jemand muss sie bauen, mit Treibstoff füllen und sie zünden. Das Flugzeug konnte nicht von selbst ohne die Gesetze der Physik erbaut werden, sondern die Entwicklung und der Bau dieser Düse bedurfte des Genies eines Mannes wie Whittle. Genauso konnten die Gesetze der Physik das Universum nicht erschaffen.» Hawkings Argumentation erscheine ihm unlogisch, wenn dieser behaupte, die Existenz von Schwerkraft zeige, dass das Universum zwangsläufig entstehen musste. «Wie soll die Schwerkraft schon vorher existiert haben? Wer hat sie dahin gebracht? Und was war die schöpferische Kraft für ihre Entstehung?» | ||||||||||||||||
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