Scientology verurteilt – Fortbestand erlaubt
Scientology wird vorgeworfen, Mitglieder psychisch unter Druck gesetzt und sie um Zehntausende Euro gebracht zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte verlangt, den französischen Zweig der Organisation vollständig aufzulösen. Die höchste Strafe erhielt laut Bericht Scientology-Führungsmitglied Alain Rosenberg; er wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 45.000 Franken Geldbusse verurteilt. Drei weitere Mitglieder erhielten bis zu 18 Monaten auf Bewährung und Geldbussen bis zu 30.000 Franken. Zwei Scientology-Unterorganisationen, das «Celebrity Center» und die Buchhandlung, wurden zu 600‘000 und 300‘000 Franken Geldstrafe verurteilt. «Ausnutzung von Mitgliedern» Das Gericht warf Scientology vor, die angewandten Persönlichkeitstests seien ohne wissenschaftlichen Wert. Auf die Anhänger werde Druck ausgeübt; sie hätten kaum Möglichkeiten, Zahlungen an Scientology rückerstattet zu bekommen. Auflösung verhindert Scientology-Gegner äusserten den Verdacht der Manipulation. Mitte September wurde die Möglichkeit zur Auflösung durch eine erneute Gesetzesänderung wieder in das Strafgesetzbuch aufgenommen. Für das Scientology-Verfahren kam das aber zu spät. «Ein historisches Urteil» Scientology kündigte dagegen Berufung wegen «offenkundiger Widersprüche» in dem Urteil an. Entscheidend sei jedoch, dass Scientology weiterarbeiten könne, zitiert die Tageszeitung «Le Figaro» Scientology-Anwalt Patrick Maisonneuve. Scientology beziffert seine Mitgliederzahl in Frankreich laut «Figaro» auf rund 45‘000. | ||||||||
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